Chronik der Pennricher Schmiede
Chronik der Pennricher Schmiede
Die Chronik der Pennricher Schmiede von 1658 bis zum 1. Weltkrieg
– 10 Jahre nach der Beendigung des 30 jährigen Krieges im Jahr 1658 erhielt Gregor Hempel auf einer Brandstatt und einem viertel Acker die Genehmigung zur Errichtung einer Schmiede in Pennrich (Alte Nossener Str.33). (Maunes Hof)
– Am 15. Dezember 1745 wurde Pennrich während der Schlacht bei Kesselsdorf durch preußische Truppen größtenteils zerstört und geplündert. Überliefert wird, dass Pennrich größere Zerstörungen erlitt als Kesselsdorf, wo die eigentliche Schlacht stattfand.
– In den Jahren 1756-1763 mussten die Gemeinden des Meißner Kreises in Folge der preußischen Besatzung während des 7-jährigen Krieges hohe Abgaben an das preußische Magazin in Dresden leisten.
– Am 26. und 27. August 1813 wurde der Ort und die Schmiede durch die Schlacht um Dresden und dem Sieg der Franzosen erneut in Mitleidenschaft gezogen.
– Im Jahre 1862 wurde vom Obermaune Hof welcher Ernst Louis Ebert gehörte das Grundstück der neuen Schmiede abgeteilt. Für 300 Thaler erwarb Ernst Robert Wirthgen das Grundstück und baute das Wohnhaus mit Schmiedewerkstatt. Sechs Jahre später erweiterte er es um ein kleines Stück Dorfanger.
– Am 16. Und 17. Juni 1866 in Folge des Deutsch-Deutschen Krieges rückten ca. 300 preußische Truppen mitsamt Pferden in Pennrich ein. Der Ort musste wieder für die Soldaten hohe Abgaben und Lieferungen leisten.
– Im Jahre 1884 kauft der Schmiedemeister Friedrich Adolf Imhof aus Naustadt das Grundstück. Sein Sohn Adolf Otto Imhof ebenfalls Schmiedemeister, übernimmt die Werkstatt 1909 stirbt jedoch zwei Jahre später. Der Betrieb wurde vom Schmiedegesellen Heinrich Oskar Roch geb. 1887 weitergeführt, welcher die Witwe Imhof später heiratete.
– Im Jahre 1913 übernahm Heinrich Oskar Roch als Schmiedemeister die Werkstatt und führte über 40 Jahre lang die Schmiede.
– Hauptgeschäft nach dem 1. Weltkrieg war neben Hufbeschlag und Wagenbau, der Bau von Wasserleitungen und Gewächshäusern.
Der 2. Weltkrieg war in vollem Gange da trat am 1. April 1941 Johannes Roch geb. 1927 die Schmiedelehre im väterlichen Betrieb an und arbeitete noch bis 31.03.1944 in der Pennricher Schmiede. Anschließend wurde er zum Reichsarbeitsdienst eingezogen und im Herbst 1944 zur schweren Artillerie der Wehrmacht eingezogen. Am 02.05.1945 geriet er bei Görlitz in sowjetische Gefangenschaft und wurde Ende August 1945 aus dieser entlassen. In dieser Zeit wurde der Schmiedebetrieb ununterbrochen durch Oskar Roch weitergeführt.


– Vom 13. September 1945 bis 30.11.1949 arbeitete Johannes Roch als Schmiedegeselle in der väterlichen Schmiede. Anschließend als Schmied und Kokillengießer im Leichtgusswerk Dresden.
– Auf Grund eines Betriebsunfalles bei dem Oskar Roch ein Auge einbüßte kehrte der Sohn Johannes Roch 1953 zur Unterstützung seines Vaters zurück in den väterlichen Betrieb und legte die Hufbeschlagsprüfung an der Landeslehrschmiede auf der Packhofstraße in Dresden sowie der Handwerkskammer Dresden ab.
– Am 01.Juli 1954 übernahm Johannes Roch als Schmiedemeister den väterlichen Betrieb.

